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Die Steckenpferdreiter Historie
Die
Steckenpferdreiter seit 1979
von Margit Finzel

Die Gründungsmitglieder:
Christine Demel, Elisabeth von dem Bach, Marita Gottwalt, Annesophie Günther.
Am 9. Dezember 1978 war es endlich so weit:
Die Steckenpferdreiter hatten ihre erste eigene Ausstellung in der Halle der
neuen Schule.
Sie wurde mit einem kleinen Empfang, unter der Schirmherrschaft des 1. Bürgermeisters
Josef Schneider,
festlich eröffnet. Trotz spiegelglatter Wege fanden sich zahlreiche Gäste
ein,
um die „Kunstwerke“ kritisch zu betrachten.
Zu den Ausstellern gehörten
v. d. Bach Hermann, Holzarbeiten, Keramik
v. d. Bach Elisabeth, Holzarbeiten, Keramik
Boltz Alfred, Aquarelle
Demel Christine, Keramikfiguren, Bilder
Demel Wilhelm, jun., Grafik, Keramik
Eichenseer Annemarie, Email
Eisenkolb Leopold, Holzschnitzereien
Finzel Margit, Keramik, Aquarelle
Giesübel Rudolf, Lederarbeiten
Gottwalt Marita, Batik
Günther Anne, Keramik
Reich Ute, Strickarbeiten
Röding Adolf, Kunstschmiedearbeiten
Schlimbach Lilo, folkloristische Stickereien
Schrauth Anna, Batik
Siemers Frank, Kupferprägearbeiten
Straßer Robert, Holzfiguren
Warmuth Otto, Kunstschmiedearbeiten
Zohner Ursula, Strickarbeiten
Begonnen hatte alles im Sommer 1978, als die Schüler der Grundschule
ihre Arbeiten für Eltern und Bekannte ausstellten.
Das ermutigte auch einige Erwachsene, ihre Werke einem größeren
Publikum zu zeigen.
Damals, am 1. und 2. Juli, waren auch noch dabei:
Adami Karl, Holzschnitzereien
Demel Wilhelm, Fotografie
Nägler Thomas, Bilder, verschiedene Techniken
Schraut Sonja, Stickereien.
Die Steckenpferdreiter wollen durch ihre Arbeiten zeigen, dass in jedem Fähigkeiten
und Fertigkeiten stecken,
die er entdecken sollte. Auch wenn manches nicht so vollkommen ist, trägt
es doch eine persönliche Note.
Warum sollte man sich mit dem zufrieden geben, das man angeboten bekommt?
Warum sollte man sich seinen Geschmack von der herrschenden Mode diktieren
lassen?
Haben wir doch einmal den Mut, etwas Eigenes zu schaffen, etwas, das aus uns
entstanden ist!
Wir sollten uns mehr mit uns beschäftigen, statt nur zu konsumieren,
dann würden wir auch ausgeglichener und zufriedener werden.
Am Anfang wird man vielleicht erst einmal kopieren, erst einmal eine Technik
kennen- und beherrschen lernen.
Später werden sich dann eigene Ideen und Methoden durchsetzen.
Vielleicht finden wir sie dann im Reigen der Steckenpferdreiter wieder.
Der Kreis der Aussteller, die am 30. 6. und 1. 7. 1979 im Rahmen des Schulfestes
ihre Werke aufgebaut hatten, erfuhr eine Bereicherung durch neue „Reiter“:
Fuß Gudrun, Bauernmalerei und Spanschachteln
Habermann Brigitte, Knüpfarbeiten
Roßdeutscher Regina, figürl. Keramik
Schulz Gudrun, Bauernmalerei
Zürrlein Alfred, Öl- und Aquarellbilder.
Wir reiten ein Steckenpferd
Christine Demel
Als die Gruppe der Steckenpferdreiter 1988 ihr zehnjähriges Bestehen
feiern konnte, wurde den Besuchern ein kleines Heft angeboten, in dem die
einzelnen Mitglieder sich selbst vorstellten, in dem aber auch der Versuch
unternommen wurde, die Gruppe und ihre Ziele zu beschreiben.
Federzeichnung der Grießmühle von Willie Demel.
Die Pressevertreter der Main-Post und des Volksblattes,
Frau Sigrid von Schroetter,
Frau Ingeborg Galvagni,
Herr Manfred Ländner,
Herr Paul-Jürgen Blum und
Frau Traudl Baumeister
haben unsere Ausstellungen besucht, bewertet und interessante Überschriften
gefunden,
die uns sicherlich so wie die launigen Ankündigungen von
Herrn Franz Barthel in der „Welle Mainfranken“
viele Freunde und Besucher aus ganz Franken gewonnen haben:
„Steckenpferdreiter lassen im Advent die Zügel schießen“
–
„Steckenpferdreiter meistern ihren Parcours mit Bravour“ –
„Steckenpferdreiter zeigten Stücke der Selbstverwirklichung“
–
„Steckenpferdreiter satteln zum herbstlichen Ausritt“ –
„Kleines Sprungbrett zum großen Publikum“ –
„Fränkische Trachtendame mit Mona-Lisa-Lächeln“ –
„Geschickte Hände formten kleine Figuren aus Keramik“ –
„Keramik, Batik und ein Kürnacher Spezialitäten-Kochbuch“
–
und schließlich zum 20 jährigen Jubiläum
„Im Vordergrund steht der Spaß“.

Marianne und Wolfram Schmitt.
Die jeweiligen Eröffnungen der Ausstellungen waren „Fränkische
Abende“,
an denen Autoren und Mundartdichter aus Franken und Kürnach
aus ihren Werken gelesen haben.
So erfreuten uns Dr. Karl Hochmuth,
Helmut Maximilian Krieger,
Hans Walter,
Anneliese Lussert,
Reinhard Heinrich,
Anneliese Ernst und Hans Heilgenthal mit Kostproben ihrer Werke.
Förderlehrerin und Gemeinderätin Irma Grümpel las mehrmals
fränkische Gedichte,
Schulamtsdirektor Walter Roßdeutscher stellte den Würzburger Autor
Max Dauthendey vor.
Oftmals hat dabei eine Bläsergruppe des Jugendblasorchesters Kürnachtal
unter der Leitung von Hubert Scheller,
Wolfgang Heinrich oder Thomas Konrad gespielt.
Aber auch das Ehepaar Marianne und Wolfram Schmitt begeisterte uns am Klavier,
Rektor Thomas Münzel aus Kirchheim trug Lieder von Robert Schumann vor,
das Flötenquartett (Marianne Schmitt, Anita Trompke, Sabrina Koeppe,
Katja Bitsch)
spielte Melodien von Pachelbel und Melchior Frank.
Gerne lauschten wir auch der Musik der Harfenistinnen Julia Rosenberger-Rückert
und Rosemarie Seitz-Schramm.
Auch Winzermeister Klemens Rumpel gestaltete uns einen unvergeßlichen
Abend.
Bei einem anschließenden Stehempfang mit Broten und Wein gab es Gelegenheit,
die Ausstellung zu besichtigen.
Das Selbstverständnis der Gruppe
„Verständnis haben für das Schöne, ist das Beste“
Menander (griech. Dichter, 342-290 v. Chr.)
„Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen
die Hoffnung und am Vergangenen die Erinnerung.
Am angenehmsten und in gleichem Maße liebenswert ist das Tätigsein.“
Aristoteles (griech. Philosoph 384-322 v. Chr.)
Wenn Aristoteles meint, dass das Tätigsein „am angenehmsten
und in gleichem Maße liebenswert“ sei, so ist mit diesem Tätigsein
wohl nicht an schwere, monotone oder ungeliebte Arbeit gedacht, sondern eher
an selbstgewähltes, lustvoll empfundenes Tätigsein. In dieser Weise
kann ein Aspekt des Schaffens der „Steckenpferdreiter“
umschrieben werden:
Neben oder auch durch die Berufsarbeit sich noch ein anderes Feld erschlossen
zu haben, auf dem zu arbeiten tiefe Freude bereitet - das weite Feld künstlerischer
und kunsthandwerklicher Ausdrucksweise.
Ein Tätigsein, das nach dem Ende der Berufsjahre weitergeführt und
sogar vertieft werden kann, letzten Endes also eine Therapie und Lebenshilfe
für den alternden Menschen, eine Lebenshilfe aber auch für junge
Leute, die noch nicht in der Berufsarbeit stehen und Mut haben zu eigenem
kreativen Gestalten.
Der Name „Steckenpferdreiter“ entstand, um das Wort Hobby zu umgehen.
Wir „reiten ein Steckenpferd“, versuchen das immer besser und
setzen uns dem Urteil unserer Besucher und Freunde aus.
Wir wollen gesehen werden wie eine Gesangsgruppe, ein vielstimmiger Chor,
eine Instrumentalgruppe oder wie Liedermacher, die ihre eigenen Melodien und
Texte singen und spielen.
Wir spielen mit Materialien, mit getrockneten Blumen, mit Stoffen, Farben,
Holz, Metall, Glas und Ton. Unsere Phantasie läßt neue Formen,
neue Bilder, Verspieltes, Anmutendes und Anmutiges entstehen.
Als die ersten 14 Teilnehmer 1978 in einem Klassenzimmer der Schule die 1.
Ausstellung aufbauten, konnten sie nicht ahnen, dass die Gruppe in den folgenden
Jahren bis heute sich mehr als verdreifachen und die Kürnacher Ausstellung
bald einen guten Ruf im fränkischen Raum haben würde.
Viele „begabte Schüler“ der Volkshochschulen
fanden zu uns.
Einige von ihnen waren inzwischen selbst als Kursleiter und Dozenten an Volkshochschulen
tätig:
(In alphabetischer Reihenfolge:
Binder Ilse,
Demel Christine,
Füller Maria,
Fuß Gudrun,
Gottwalt Marita,
Günther Annesophie,
Moser Ulrike,
Pohl Ute,
Roßdeutscher Regina).
Einige haben „Karriere“ gemacht und arbeiten selbständig:
(z. B. Rosl Spiegel mit ihren Puppen in Sommerhausen).
Lebendigkeit, Sensibilität, Kreativität und konstruktive
Kommunikation führten Jahr für Jahr zu einer Ausstellung, die steigende
Besucherzahlen registriert (1987 etwa 3000) und so auf vielfältige Weise
pädagogisch wirkt:
In einigen Gemeinden des Würzburger Umlandes wurden nach unserem Beispiel
ähnliche Gruppen gegründet
(Gerbrunn, Höchberg, Rimpar).
Viele Besucher sehen sich veranlaßt, ebenfalls im musischen Bereich
zum Selbstschaffen, Selbstausdruck zu gelangen, um der heute allgemeinen Vermassung,
Kollektivierung und Nivellierung zu entkommen oder ihr entgegenzuwirken „und
sei es in einem polyästhetischen Feld, in dem nicht nur einseitig elitäre
Kunst angesiedelt ist“.
(Peter Heinig, Kunstdidaktiker)
Unsere Ausstellungen verändern sich:
In jedem Jahr zeigen einige „Neue“ ihre Ideen und Materialien.
Neue Bilder und Fotos zeigen Aktualität und Flexibilität, auch Modetrends
können abgelesen werden. Die Keramikarbeiten präsentieren sich ebenfalls
immer vielgestaltiger, ästhetischer und formvollendeter. Immer neue Spielarten
von Farbwirkungen und Formen zeigen die Batikerinnen, die Webereien bestechen
durch Schlichtheit und Farbharmonie.
Veränderungen ergeben sich auch durch das „Aufhören“
von Leuten, die durch zu starke berufliche oder durch Krankheit bedingte Belastungen
aussetzen.

Reinhard Heinrich liest seine Mundartgedichte.
Da in den letzten Jahren sehr viele „Neue“ zur
Gruppe drängten,
sind wir aus Gründen der Qualität und des Platzes gezwungen,
eine Auswahl zu treffen und eine Jury über die Aufnahme entscheiden zu
lassen.
Dieser Jury gehörten 1988 an:
Elisabeth von dem Bach,
Christine Demel,
Gudrun Fuß,
Marita Gottwalt,
Josef Gräf,
Annesophie Günther,
Isi Henrichs und
Eberhard Lahmeyer.
Heute, 2003, gehören dem Team an:
Demel Christine,
Fuß Gudrun,
Gottwalt Marita,
Günther Annesophie,
Heinrich Reinhard,
Thoma Gertrud und
Zeisner Marita,
die Leiterin der Gruppe.
Die Spenden
In den ersten beiden Jahren konnten wir nur „eigene Werke“,
eine Federzeichnung der Kreuzigungsgruppe von Joh. Peter Wagner (Willie Demel)
und ein Kruzifix für den Sitzungssaal (Robert Straßer) verschenken.
1980 stellten wir eine Sammelbüchse auf, deren Inhalt von 64,15 DM der
aus Nicaragua
stammenden Familie Guevara zugute kam.
Da wir von 1981- 1983 Stellwände für die Ausstellungen anschafften,
begannen wir erst 1984 die Spenden der Aussteller, die in den späteren
Jahren im Durchschnitt 1000,– DM betrugen und Teilbeträge aus der
Kaffeebar an wohltätige Einrichtungen zu überweisen:
Deutsche Welthungerhilfe für Äthiopien,
Deutsches Aussätzigenhilfswerk,
Freundeskreis Suhl, Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder,
Initiative für Straßenkinder in Bolivien, Jesuitenpater James C.
Dabhi/Indien,
Kiwi-Gruppe an der Universitätsklinik Würzburg und mehrmals
Aktion Patenkind der Main-Post waren die Empfänger.
Aber auch an die Gemeinde und Pfarrei Kürnach gingen unsere Spenden,
so ein Zuschuss für die neue Orgel, eine Seniorenbank,
ein Betrag für die neuen Bäume vor der Kirche und
für die Figur des Hl. Michael an der Kirchenfassade.
Schließlich hoben wir unser gesamtes gespartes Geld 1998 ab,
um der Gemeinde Kürnach, die uns auf vielfältige Weise 20 Jahre
lang unterstützt hatte,
einen neuen Bildstock zu schenken.
So konnten wir in 24 Jahren, von 1978-2002 insgesamt 12186,65€ spenden.
Der Franziskus-Bildstock
an den Quellen der Kürnach
Setzungen von Bildstöcken ist uralte fränkische Tradition.
Auch Kürnach besitzt zahlreiche steinerne Zeugen von Volksfrömmigkeit,
von Zeichen tragischer Ereignisse oder Dankbarkeit. Als wir 1997 das 20 jährige
Jubiläum der Steckenpferdreiter planten, stellte Reinhard Heinrich, Obmann
der Feldgeschworenen Kürnachs, Forstwirt, Mundartdichter und Mitglied
unserer Gruppe seine Idee vor, am Ende seiner „Jubiläumsallee“
an der jungen Kürnach einen Bildstock aufzustellen.
Diese Anregung wurde begeistert aufgenommen. Als Künstler wählten
wir den Kleinrinderfelder Bildhauer Willi Grimm, das Thema: „Der hl.
Franziskus predigt den Vögeln“ wünschte sich Frau Demel, der
vielen Nachtigallen und zahlreicher anderer Vogelarten zuliebe, die es dort
im Buschwerk des Quellgebietes noch gibt.
Im September 1998 suchten wir mit 1. Bürgermeister Manfred Ländner,
dem Bildhauer Willi Grimm und Reinhard Heinrich den besten Platz auf der gemeindeeigenen
Wiese vor dem Geißbühl, einem schon in der Jungsteinzeit besiedelten
Platz.
Die Aufstellung feierten wir mit einer kleinen Brotzeit für die Arbeiter,
die zufällig vorbeikommenden Wanderer und Radfahrer und die teilnehmenden
Steckenpferdreiter.
Am 4. Oktober 1998, dem Erntedankfest, fand die Segnung des Bildstocks durch
Dekan Johannes Hofmann und Pfarrer Hofmann-Kasang statt. Die beiden Geistlichen
gingen bei ihren Ansprachen auf das Leben des hl. Franziskus und seiner Bedeutung
für die Gegenwart ein.
Christine Demel gedachte der schon verstorbenen Mitglieder der Gruppe und
fand Worte des Dankes an die beiden Altbürgermeister Josef Schneider
und Otto Habermann, sowie 1. Bürgermeister Manfred Ländner, an das
Jugendblasorchester Kürnachtal und an alle Besucher der Ausstellungen
aus Kürnach und dem Umland, die ebenfalls dazu beigetragen haben, dass
es zur Setzung dieses Bildstockes kommen konnte.
Sie gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Bildwerk als künstlerisches Zeichen
für die „Bewahrung der Schöpfung“, die uns Menschen
aufgetragen worden ist, von den hier vorbeikommenden Wanderern, Joggern und
Radfahrern verstanden werden würde. Im gleichen Sinne äußerte
sich auch 1. Bürgermeister Ländner und verwies auf die beiden Bänke,
die der Bund Naturschutz unter Leitung von Maria Mohr neben dem Bildstock
aufgestellt hat.
Marion Koeppe, die von 1995 bis 2000 die Organisation der Ausstellungen übernommen
hatte, las zwei einfühlsame Gedichte von Apothekerin Anneliese Ernst,
einer Kürnacher Bürgerin, die die Umgebung des Bildstockes mit dem
vielstimmigen Chor der Vögel zum Inhalt hatten.
Im „Kirchenspatz“, der Zeitung der kath. Pfarrgemeinde Kürnach,
veröffentlichte Professor Dr. Horst Herion einen eindrucksvollen Artikel
unter der Überschrift: Franziskus-Bildstock, gestiftet von den Steckenpferdreitern.
Er verweist darin auf das Bild des mittelalterlichen Malers Giotto di Bondone,
von dem sich der Künstler Willi Grimm wohl eine Anregung für die
Gestaltung des roten Sandsteines1 geholt hat.
Dr. Herion zitiert auch die Legende, die Thomas von Celano 1228 aufgeschrieben
hat:
Auf dem Weg durchs Spoleto-Tal kam Franz mit seinen Brüdern einmal an
einer ganzen Schar Vögel vorbei.
Er lief auf sie zu, rief ihnen seinen gewohnten Gruß zu:
»Friede sei mit euch!« Aber wie staunte er, dass sie nicht auf
und davon flogen.
Er war außer sich vor Freude und bat sie demütig, Gottes Wort anzuhören.
Und er sagte ihnen… :
»Meine Brüder, Vögel, wie müsst ihr euren Schöpfer
loben und lieben, der euch Federn als Gewand, Fittiche zum Fliegen und alles
gegeben hat, was ihr braucht.
Und wie hat er euch unter all seinen Geschöpfen erhöht und in der
reinen Luft euch den Lebensbereich geschaffen!
Weder sät noch erntet ihr, und doch schützt er euch, ohne dass ihr
euch um etwas zu kümmern braucht.«
Da fingen die Vögel zu jubeln an, er und die anderen Brüder haben
es selbst erzählt:
Sie streckten die Hälse, breiteten die Flügel aus und blickten zu
ihm hin.
Und er ging mitten unter ihnen auf und ab, wobei seine Kutte ihnen Kopf und
Flügel streifte.
Zum Schluss segnete er sie noch, machte das Zeichen des Kreuzes über
sie und erlaubte ihnen weiterzufliegen.
Er selbst aber zog mit seinen Gefährten voller Freude weiter und dankte
Gott, den alle Geschöpfe demütig lobpreisend verehren.
Zur Haltung und zum Gesichtsausdruck des Heiligen bemerkt Dr. Herion:
„Hat der Bildhauer Grimm diese Szene nicht mit einem deutlichen Appell
an unsere Zeit verbunden? - Franziskus hält einen Vogel brüderlich
schützend in seiner linken Hand. Seine Gesichtszüge zeigen weniger
das Lobpreisend-Heitere aus der eben zitierten Legende. Eher schaut Franziskus
nachdenklich-besinnlich auf Gottes Kreatur und läßt daran denken,
welch spannungsvolle Stellung der Mensch in der Schöpfung einnimmt:
Er soll einerseits „herrschen über die Fische des Meeres, über
die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und
über alle Kriechtiere auf dem Land“ (Gen 1,26), andererseits muß
er dies verantwortungsvoll praktizieren: „Alles ist euer. Ihr aber gehört
Christus.
Und Christus gehört Gott“ (1 Kor 3,23).
Und er verweist auf die Beziehungen Kürnachs zu den Franziskanerinnen
von Dillingen, die von 1895 bis 1983 einen kleinen Convent mit Kindergärtnerinnen,
Lehrerinnen, Kochschwestern und Krankenschwestern in Kürnach gebildet
und segensreich in Kindererziehung und Krankenpflege gewirkt haben.
Erinnert sei an die Lehrerin, zeitweilige Schulleiterin, Oberin und Ehrenbürgerin
Sr. Engelhilde Wanner.
Roswitha Heinrich, Tochter von Ermelinde und Eugen Heinrich, Schwester von
Reinhard Heinrich, ist heute in der Ordensleitung der Franziskanerinnen als
Rätin tätig und versieht ihren Dienst zeitweilig in Rom und auf
Visitationsreisen zu den Niederlassungen der Franziskanerinnen in der Welt.
2
Unsere Toten
Auch die verstorbenen Mitglieder der Gruppe hätten sich
an dem schönen Bildstock gefreut,
haben Sie doch mit ihrer Arbeit zu diesem Werk beigetragen.
Hermann Walter von dem Bach 1912 - 1982
Rudolf Giesübel 1931 - 1982
Wilhelm Demel 1927 - 1984
Leopold Eisenkolb 1927 - 1995
Alfred Zürrlein 1914 - 1995
Gudrun Nack-Falge 1943 - 1998
Elisabeth von dem Bach 1921 - 2000
Isy Henrichs 1933 - 2000
Josef Gräf 1917 - 2001

Marita Zeisner, Leiterin der Steckenpferdreiter seit 2001
Marita Zeisner übernahm im Sommer 2001 auf Wunsch von
Frau Demel die Führung der Gruppe. Frau Demel steht noch für den
„Fränkischen Abend“ zur Verfügung und gehört dem
Team an. Schon während der Ausstellung 2001 zeigte Marita Zeisner, dass
sie mit Freude und Umsicht ihr Amt betreut und ein gutes Verhältnis zu
den Ausstellern, zur Gemeinde, Schule und zu den Pressevertretern hat. 2002
wurde die Volksschule Kürnach umgebaut und vergrößert. Deshalb
fand die Ausstellung im Pfarrzentrum statt mit einer deutlich kleineren Ausstellungsfläche.
2003 kehrten wir zurück in die Schule, in der es inzwischen eine sehr
schöne Aula gibt, die wir mit einbezogen. Frau Rektorin Margit Meisner
hat uns in der Schule seit 1995 eine sehr freundliche Aufnahme bereitet Und
wir wollen weiterarbeiten und auf unseren Steckenpferden reiten, auch wenn
sie keine guten Zugpferde sind. Aber sie helfen, manchen Abgrund zu überspringen.
1 Werksandstein tritt auch in der Gemarkung Kürnach am Hang der alten
Autobahnauffahrt durch tektonische Vorgänge zutage.
2 Freundliche Auskünfte von Sr. Roswitha Heinrich, OSF.